Un-Glaubliche Kräuter

Un-Glaubliche Kräuter

Die sogenannten Unkräuter – vielen sind sie ein Dorn im Auge. Manche heimisch, manche haben sich eingebürgert und ganz frech ungebeten hier breit gemacht. Sie verachten englischen Rasen und durchgeplante Gärten. Und doch sind oft gerade sie es, die uns wundersam und effektiv bei unseren zivilisiert-menschlichen Problemen weiterhelfen können. So hab ich begonnen, all den wuchernden Wundern auf den Zahn zu fühlen. Es nützt nix, ihnen gewaltsam zu Leibe zu rücken. Sie bleiben. Und drängen sich geradezu auf, sich mit ihnen zu beschäftigen. So eröffnet sich so manch einschneidende Erkenntnis, um ihnen mit mehr Milde zu begegnen – und sie vielleicht sogar lieben zu lernen, zu nutzen für die Themen unserer Zeit. Als wertvolle (neue) Ressource für viele Bereiche. Denn nichts geschieht ohne Grund.

Hiermit starte ich mit einer ersten kleinen Übersicht und werde mich den ein oder anderen Pflanzenwesen noch näher widmen.

Giersch

Kaum einzudämmen, lediglich wegzuessen – Der Giersch, unser Gichtkraut. Er begegnet uns an Waldrändern, Wegrändern und Gärten in Fülle gegen die Auswirkungen unserer fülligen Lebensweise. Denn er hilft effektiv, die Harnsäure einzudämmen – jener Stoff, der bei Übersäuerung des Körpers, meist Folge einer zu üppigen Ernährung, zu Entzündungen der Gelenke führt. So dürfen wir uns frei fühlen, uns im Frühjahr so reichlich wie er sich anbietet, zu nähren und reinigen zu lassen.

Löwenzahn

Mit der Kraft des Löwen und dem Strahlen der Sonne. Wurzeln so tief verbunden mit der Erde. Fluffige Samen, so leicht wieder Himmel. Der Löwenzahn – Inbegriff kindlicher Freude und Ärger dem Freund englischen Rasens. Definitiv ein König unter den Un-glaublichen-kräutern. Ein Tausendsassa und liebevoll Ginseng des Westens genannt. „Allein mit ihm kann man einen Krieg überleben“ heißt es zurecht. Er ist meisterhafter Nährstofflieferand sowohl für uns, für das Weidevieh als auch für all die Pflanzen die um ihn herum wachsen. Essbar und und verwendbar von den Wurzeln bis zu den Samen. Heilpflanze für zahlreiche Zivilisationsbeschwerden.

Silberblättrige Taubnessel

Nicht zu verwechseln mit der Goldnessel, sie ist eine eigene Art und das mit Recht. Denn im Gegensatz zu ihren Geschwistern ist sie sehr aufdringlich. Sie überzieht Sommer wie Winter mit ihrem silbergrünem Blattwerk riesige Flächen und ist dabei nicht wählerisch. Gern mag sie Ödflächen, und damit ist sie ein Pionier, der uns Sommer wie Winter mit frischem Blattgrün nähren kann. Ein gern gesehener Gast in der Küche, wenn man um ihre inneren Werte weiß, uns auch in der kargen Zeit Fülle und Frische zu bieten.

Brennnessel

Auch sie – eine Königin unter den Heilpflanzen. Und ein Gedicht der Fülle und Pflanze der Gnade und des Segens, die auch in vielen Märchen und Geschichten Einzug gehalten hat. Eiweiß- und Mineralstofflieferant. Futterpflanze, Heilpflanze, Gewebepflanze. Innigst verbunden mit unserem Lebenssaft, dem Blut. Reinigend, nährend, regulierend. Eine Wandelpflanze, die aus unserem Mist geradezu Gold macht. Denn sie wächst bevorzugt dort, wo wir unseren Dreck und unsere Exkremente hinterlassen.

Japanischer Staudenknöterich

Einst dazu gedacht mit wenig Arbeit, viel Futter für heimisches Vieh zu bieten und dafür aus Asien hier eingebürgert. Nun frisst aber deutsches Weidevieh kein asiatisches Futter – shit happens. So hat er sich ganz einfach selbstständig gemacht und verärgert große Teile der hiesigen Bevölkerung mit seiner aufdringlichen Art. Nicht selten versucht man, ihn mit Bagger zuleibe zu rücken – und scheitert. Bei näherem hinsehen aber entpuppt er sich als Tausendsassa für vielerlei Verwendungsmöglichkeiten – als Heilpflanze, für die Küche und als Brennholzlieferant. Wie bei seinem Verwandten, dem Rhabarber, sollte aber bedacht werden, ihn nicht übermäßig zu verzehren, den auch er hat Oxalsäure, auf die einige Menschen empfindlich reagieren.

Schöllkraut

Wuchert, wenn man es rausreißen will bekommt man gelbe Finger und giftig ist das Zeug zu allem übel auch noch…? Naja für Warzen taugts. Bekannt ist diese vielgesehene Pflanze als Schöllkraut, Warzenkraut. Bei mäßigem und vorsichtigen Gebrauch als Heil- und Schmerzpflanze, krampflöser für Galle und Gedärm aber kaum zu toppen – so meine eigene Erfahrung mit ihr. Jedoch rate ich niemandem zu experimenten, wenn die Dosierung nicht bekannt ist. Denn die Dosis macht das Gift – frei nach Paracelsus. Bei Warzen leistet der gelbe Saft gute Dienste, denn er verätzt die Hautoberfläche. Und sie ist ein pflanzliches Opiat. Für mich ein persönliches Wundermittel bei giftschmerzenden Gallenkoliken – wer diesen Schmerz kennt, der weiß was ich meine. Ein weitverbreitetes Volksleiden unserer Zeit und das gute Schöllkraut bietet sich geradezu an, wenn Ärger, Gift und Galle beruhigt werden wollen. Denn es ist ein Kraut des Friedens.


Komm mit mir zu den Wildkräutern und lass dich verzaubern von ihrer Vielfalt. Schmecke sie und lausche ihren Geschichten. Ab Ostermontag startet die erste kulinarische Wildkraut-Wanderung.

©Yvonne Wildnatur
www.praxis-seelenpfade.de – Wilde Pflanzenseelen


*Wichtige Hinweise: Die Informationen in diesem Text beziehen sich auf die allgemeine Volksheilkunde ohne medizinischen Anspruch und eignen sich nicht zur Selbstindikation oder Anwendung ohne vorherigen Kontakt mit einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker (m/w/d). Von einer Selbstdiagnose und deren Anwendung ist daher abzusehen. Die Autorin übernimmt keine Haftung bei Nichtbeachtung.

Please follow and like us:
Pin Share
Kommentare sind geschlossen.
error: Content is protected !!